Chaos & Tod durch die 2. Welle

Denn ich bin überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch andere Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder hohe Kräfte noch tiefe Gewalten – nichts in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn. – Römer 8, 38-39

Liebe Missionsfreunde,

die Nachrichten in Indien haben sich seit dem letzten Rundbrief überschlagen. Die 2. Corona-Welle hat sich in den Regionen, in denen wir arbeiten, so rasend verbreitet, dass Menschen überall binnen Tagen dem Virus erlegen waren. Täglich erreichten uns die Hiobsbotschaften von bekannten, geliebten Personen, die aus unserer Mitte gerissen wurden. Für Wochen im April & Mai war es ein Chaos mit überfüllten Krankenhäusern, Mangel an Sauerstoff zur Beatmung, usw. Man wusste nicht mehr, wohin mit den Toten. Auch die Kirchen waren nicht weniger gerüttelt und so haben auch viele ihre Leiter verloren. Die ganze Gemeinde Jesu, ja die ganze Nation trauert.

Soforthilfe gibt hoffnung

Mit Soforthilfe, die dank der schnellen Reaktion von vielen Spendern in Aktion trat, konnten wir in alle 50 ROJ-Gemeinden Finanzen schicken, um medizinische Versorgung & nötige Lebensmittel sicher zu stellen. Zuerst konnte ein Sauerstoff Konzentrator in Delhi erworben werden, um dem akuten Sauerstoff Mangel auszuhelfen. Der harte Lockdown seit Mai hat besonders die untere Schicht, die von Tages- und Wochenlöhnen lebt, enorm hart getroffen. Es werden Essenspakete an Familien und Mahlzeiten für Hungernde am Straßenrand verteilt. Unsere Leiter von Gemeinden sind sehr ermutigt, weil Geschwister aus der großen Familie Gottes Barmherzigkeit zeigen für die Notleidenden. Schließlich sind sie aufgrund des Vorgehens gegen Christen doppelt geschlagen.

Tragödie trifft Puja

Puja (in der Mitte)

Wir alle in Rays of Joy sind noch im Schock von dem plötzlichen Tod von Puja (25 J.); ein energiereiches und mütterliches Mädchen, das uns sehr ans Herz wuchs. Ihre Geschichte in Kurzform:
Nachdem ihre Mutter, Teil unsrer Agra Gemeinde, tragisch verunglückte, übernahm Puja die Mutterrolle und stand bis heute ihrem Vater, einem einfachen Schuhmacher, großartig zur Seite. Durch unser Programm bekamen alle 4 Geschwister Hilfe: Puja machte die Mittlere Reife und Sandeep & Kuldeep waren bis Schulabschluss im Kinderheim Sharonsthan. Dann wurde Puja Mitarbeiterin, sie leitete vorbildlich eine CSS-Gruppe von 10 Stipendienkindern in ihrem Stadtteil. Sie setzte sich dafür ein, dass die jüngeren Brüder in Delhi eine Ausbildung bekamen, und veranlasste die Heirat. Dann zog sie vor 2 Jahren mit dem Vater nach. Diesen Monat fand sie eine 24h-Arbeit, Betreuung einer kranken Mutter. Doch kaum 3 Wochen später wird sie tot aufgefunden. Selbstmord oder Mord? Diese Familie aus ärmster Schicht hat keine Mittel für den Rechtsstreit. Wer steht ihnen bei?

Next Steps in Sharonsthan

Wie angekündigt stehen neue Projekte in Sharonsthan in den Startlöchern. Leider blieben die Institutionen für Kinder geschlossen, obwohl es Lockerungen gab. Als wir im April durchstarten wollten, ging es wieder in den Lockdown auf ungewisse Zeit. Doch unsere Mitarbeiter halten alles in Schuss. Die Zeit wird genutzt für notwendige Bauverbesserungen. Vor allen Dingen steht die Errichtung eines neuen Wasserturms für das Gelände auf dem Plan, inklusiv einer Toiletten- und Waschanlage für die Tage von Konferenzen. Die Fertigstellung der neuen Bibelschulräumlichkeiten steht auch seit langem aus.

• Auf dem Plan steht ein „Day-Care-Center“ für einige bedürftige Kinder aus der Region, Kinderfreizeiten für „Stipendienkinder“, sowie eine Kurzzeitbibelschule.

Sauber leben, super lernen

Das Motto für die Tagesstätte in Delhi für Slumkinder ist treffend. Viele dieser Kinder bekamen schon Paten. Vielen Dank. Nach der Öffnung im März waren alle hochmotiviert und begeistert. Der Lockdown veranlasst es aber, dass die Kinder und ihre Familien nur durch Essenspakete versorgt werden.

"Ich will es zurückgeben, damit anderen geholfen wird."

Nach der Schule machte Puja P., aus dem Kinderheim Sharonsthan, eine Krankenschwester-Ausbildung. Nachdem sie mit ihrem Lohn auch ihre Schwester finanziert hatte, wollen sie jetzt beide etwas zurückgeben, dass auch andere ihre Ausbildung machen können.

Mittlerweile ist Raju, ein Vollwaise, der uns beide als seine Mutter & Vater versteht, ein Gemeindegründer. Aus eigener Tasche bereitete er 100 Mahlzeiten für die gestrandeten Tagelöhner auf der Straße Gurgaons. „Das habe ich von euch gelernt“, meint er.

Training virtuell

Der Trend der Zeit fordert viele geschulte Mitarbeiter, die Kleingruppen leiten können. Durch ein 4-monatiges Training wurden ca. 60 Kandidaten aus vielen der ROJ-Gemeinden für Dienst & Leiterschaft zubereitet.

In der Pandemie bewährt

Die Zentren der CSS-Arbeit in verschiedenen Stadtteilen brachten Leben in diese beklemmende Zeit. Durch viele Aktivitäten wird der Lerngeist gefördert und vielseitige Fähigkeiten gelernt. Deine Patenschaft ermutigt die Mitarbeiter und die Eltern.

Der Lobpreis kennt keine Lockdown

Ob Online, Handy oder Hausbesuche – Lobpreis und Gebete sind immer auf der Tagesordnung. So wird der Glaube gefördert und Möglichkeiten gesucht, um Menschen den Weg zu Gott zu führen. Jede unserer Gemeinden ist reichlich aktiv, auch wenn es finanziell sehr mager ist.

Aktiv mitwirken

  • Werde ein Teil der Missionsfamilie. Deine Spende oder Patenschaft ist eine gute Investition.
  • Tagesstätte für Kinder in Delhi (& weitere in Planung): mitbeten und mitfinanzieren.
  • Unterstütze Gemeindegründer in dieser Zeit der Krise – die Familie & die Gemeinde.
  • Bete für junge Pastoren, auch trotz der Anfeindung der Gesellschaft standhaft zu bleiben.
  • Sag es weiter: erzähle einem Bekannten von dieser Mission und gib unseren Flyer weiter.

Gebet wirkt Wunder

Danke für deine Gebete. Die Arbeit geht trotz jeglicher Krise weiter. Denke an die Geschwister in Not. Du bist ein wertvoller Partner in der Indienmission.

Deine Ralph und Renuka Glöckner